Risiken im Außenhandel

Risiken im Außenhandel - Absicherung bei Risiken im Außenhandel

Risiken für Unternehmen ergeben sich nicht nur aus dem normalen Geschäften im Inland, sondern natürlich auch bei Geschäften im Ausland. Diese Risiken sollte jedem bewusst sein und werden auch gerne in den IHK Prüfungen abgefragt. Weitere Unterthemen wie die Maßnahmen die man ausüben kann, damit sich die Risiken vermindern oder die Risiken komplett vermeiden, möchte ich euch in diesem Beitrag erläutern.

 

  • Das politische Risiko

Eines der Risiken die im Außenhandel auf ein Unternehmen zukommen könnten wäre das politische Risiko. Dieser Begriff umfasst viele Risiken, die im Ausland bei einem Geschäftspartner auftreten können:

  • Revolutionen, Krieg, Bürgerkrieg oder Unruhen

Es könnte passieren, dass im Land des Geschäftspartners unerwartet aufgrund politischer Geschehnisse gewalttätige oder kriegsähnliche Zustände auftreten. Diese könnten eventuell die Lieferung, Lagerung oder andere Abschnitte in der Warenversandkette stören und es könnte zu Verzögerungen oder Ausfällen führen.

  • Streiks

Berufsgruppen die wichtig für den Warenversand oder für die Zahlungsabwicklung sind, könnten Ihre Arbeit niederlegen und streiken (z.B. Transportunternehmen). Dadurch kommt es zu Verzögerungen bei der Abwicklung und könnte finanziellen Schaden für einen der Geschäftspartner bedeuten.

  • Embargo oder Boykott

Embargos sind staatliche Anordnungen, bestimmte Waren oder Warengruppen nicht mehr in bestimmte Länder liefern zu lassen. Boykotts ähneln dem Embargo, gehen aber über die staatlichen Anordnungen hinaus und sind auch freiwillige und privatwirtschaftliche Maßnahmen. Dadurch werden Importe und Exporte unmöglich gemacht.

  • Politische Beschlagnahme oder Zerstörung

Durch staatliche Maßnahmen oder politische Einflussnahme wird ihre Ware sichergestellt oder zerstört. Dies können Maßnahmen zur Vergeltung durch diplomatische Krisen der Fall sein.

 

  • Wechselrisiko oder Währungsrisiko

Durch unterschiedliche Währungen auf der Welt besteht im Außenhandel das Wechselrisiko bzw. das Währungsrisiko. Verwenden die beiden Geschäftspartner nicht die gleiche Währung, so muss im Vertrag eine gemeinsame Währung beschlossen werden. Für einen der beiden Partner ist es dann eine fremde Währung, die gewisse Risiken mit sich bringt. Einigen sich beide Partner auf eine dritte (auch fremde) Währung, so tragen beide Partner das Wechselrisiko.

  • Fabrikationsrisiko

Ein weiteres Risiko im Außenhandel ist das Fabrikationsrisiko. Hierbei geht es darum, dass der Importeur eventuell seinen Auftrag einseitig annulliert oder etwas abändern möchte. Als Exporteur müssten Sie nun einen neuen Käufer für die bereits produzierte Ware finden und eventuell niedrigere Verkaufspreise einbüßen. Der schlimmere Fall wäre, wenn es Waren mit gewünschten Eigenschaften vom Importeur sind, die nun nicht mehr veräußert werden können (z.B. bestickte Kleidung).

 

  • Transferrisiko

Beim Transferrisiko liegt der Fall vor, dass der Importeur der Ware die vereinbarte Zahlung aufgrund eines eingeschränkten internationalen Zahlungsverkehrs nicht leisten kann oder darf. Gesetze oder behördliche Maßnahmen schränken hier die Devisenausfuhr ein und verhindern dadurch, dass der vereinbarte Betrag überhaupt in das Ausland transferiert wird.

Man unterscheidet die folgenden drei Unterarten des Transferrisikos:

  • Zahlungsverbot – hier wird durch Gesetze oder staatlichen Hoheitsakten ein Zahlungsverbot an einen bestimmten Schuldner ausgesprochen. Selbst wenn der Importeur zahlungsfähig oder -willig ist, erhält der Exporteur kein Geld von Ihm.

 

  • Zahlungsmoratorium – Das Land des Importeurs stellt die Zahlungen seiner Auslandverbindlichkeiten über einen gewissen Zeitraum ein, da zum Beispiel über Abkommen verhandelt wird.

 

  • Konvertierungsverbot – Durch staatlichen Eingriff unterbindet man die Konvertierung der Landeswährung in die Währung des Exporteurs. Auch hier spielt der Faktor, ob der Importeur zahlungsfähig oder -willig ist nicht, da es eine staatliche Anordnung und ein Verbot darstellt.

 

  • Debitorenrisiko bzw. Risiko des Forderungsausfalls

Das Debitorenrisiko ist ein weiteres Risiko im Außenhandel. Aus der Sicht des Exporteurs beinhaltet das Risiko dass der Importeur zahlungsunfähig oder zahlungsunwillig wird und seine finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann.

Aus der Sicht des Importeurs spielt dieses Risiko auch eine Rolle, da eventuell schon geleistete Zahlungen verloren gehen, wenn der Importeur danach zahlungsunfähig wird.

 

  • Mit welchen Maßnahmen kann man diesen Risiken entgegenwirken?

Bei Zahlungsausfällen:

  • Fakturierung per Vorkasse (Ware wird erst verschickt, wenn der Betrag vollständig bezahlt ist)
  • Sie können als Exporteur das Dokumentenakkreditiv als Zahlungsalternative vorschlagen
  • Staatbürgschaften zum Beispiel von HERMES einbeziehen

Beim Währungsrisiko:

  • Fakturierung in EURO bzw. in der Inlandswährung vornehmen
  • Staatliche Absicherung durch Wechselkursversicherungen zu günstigen Preisen oder kostenlos
  • durch Kurssicherungsgeschäfte

 

 

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